Montag, 3. August 2015

Regenzeit und Nationalpark Niokolo Koba

Die Regenzeit hat begonnen und erst waren die vereinzelten Regengüsse noch herrlich erfrischend, aber gestern hat es uns dann doch so richtig erwischt und wir sind bis auf die Unterhose nass geworden. Aber dazu später mehr.

Wir waren im Nationalpark Niokolo Koba. Mit einer Größe von 9000 Quadratkilometern (900.000 Hektar) ist er der größte in Westafrika und auch UNESCO Weltnaturerbe. Wir mussten uns etwas überreden ihn zu besuchen, denn insgesamt 120 Euro sind ein stolzer Preis. Was uns aber eignetlich noch mehr abgehalten hat war, das wir nicht mit unserem Matatu fahren konnten. Denn nur mit Guide darf man den Park besuchen und dann war da ja wieder unser Platzproblem. Den ganzen Tag auf der Kühlbox sitzen war keine Option und diese ausbauen, um dann da unten in einem Loch zu sitzen und nichts sehen zu können war mir auch zu doof. Also blieb uns nur, Auto stehen lassen, Safari Auto mit Fahrer und Guide mieten. So fahren wir mit einem alten klapprigen Daihatsu Rocky und wir hinten drauf, los.



Zu Beginn unserer Tour ist der Park sehr dicht bewachsen und wir tun uns schwer überhaupt irgendwas zu entdecken. Die ersten Tiersichtungen sind dann zwei Dik-Dik und zwei Perlhühner. Wir sind etwas enttäuscht, denn man sieht wirklich schlecht durch das Dickicht hindurch und die gewünschten größeren Tiere lassen auf sich warten.



Dann endlich kommen die ersten Antilopen in Sicht. Immer gut versteckt, aber unser großes Objektiv holt sie uns nah genug ans Auto ran. Neun verschiedene Arten soll es im Park geben. Die Landschaft verändert sich und es gibt immer mal wieder große Graslandflächen. Verschiedene Bäume, lustige Termitenhügel in den verschiedensten Farben und das neongrün leuchtenede Gras, vom Regen zu neuem Leben erweckt, springt uns ins Auge. Diese kleine Schildkröte saß am Straßenrand und hat sich aufgewärmt. Der Guide meint das man sie in der Trockenzeit gar nicht zu Gesicht bekommt. Schnell war sie wieder weg als der Fahrer sie abgesetzt hat.



Wir machen Rast am Sementi Hotel und sind traurig darüber, dass alles verwahrlost und herunter gekommen aussieht. Laut unserem Guide ist in den Wintermonaten, mit steigenden Touristenzahlen alles besser und gut in Schuss. Naja wir wollen ihm glauben, sehen aber auch dass es hier so manches Problem in den Ecken schon seit mehereren Jahren gibt. Sehr schade, denn das Hotel liegt erhöht über dem Gambia Fluss und neben einem See, also ideal. Der Blick auf den Fluß ist unglaublich schön, leider kommen keine Hippos in Sicht. Bei unserer Pause, mit einem leckeren Omlett hatten wir dann eine Menge Spaß den Affen zuzusehen, die sich die Reste von den anderen Tischen klauen. Einmal erwischt sogar einer eine halbe Mango. Lustig wie die so herumspringen, aber man muss ganz schön aufpassen das man selbst nicht beraubt wird.



Zu dem See sind wir zufuss gegangen. Es sind nur gut 300 Meter vom Hotel. Eine Menge Warzenschweine und eine Affenfamilie haben sich dort getoffen. Leider sind die aber sehr schreckhaft und haben sehr schnell die Flucht ergriffen. Wir konnten von einer Aussichtshüttche aus für ca. 10 Sekunden ein Krokodil an der Wasseroberfläche vom See sehen. Sehr spannend, denn wir sind ja 10 Minuten zuvor noch 20 Meter entfernt davon zufuss am See entlang gelaufen :-) Leider gibt es kein Beweisfoto denn wir waren nicht schnell genug mit unserer Kamera....aber da war es:



Einen weiteren Stop machen wir bei einem Gehege, wo es ganz schön am summen ist, weil so viele Fliegen unterwegs sind. Nun gut dafür sind wir eignetlich nicht gekommen, wo wir doch den Zoo in Deutschland schon immer gemieden haben. Ein Leopad liegt da am Zaun. Allerdings nicht so träge wie so manches Tier im Zoo. Der kann ganz schön fauchen und die Zähne fletschen. Ich bin etwas traurig, hätte er doch ein viel schöneres Leben draußen in der Natur ohne Zaun...



Wir machen uns auf zum Park-Ausgang und werden in der letzten halben Stunde so richtig richtig nass. Sogar unser Guide verzieht sich während der Fahrt nach vorn zum Fahrer, wo er nicht so nass wird. Aber wir beiden sind dem starken Regen erbarmungslos ausgesetzt. Ich komme aus dem Lachen nicht mehr raus und freue mich über die Abkühlung. Nach einer halben Stunde Regenschauer bei voller Fahrt sitzen wir immer noch da hinten und so langsam wird es sogar kalt. Scheisse ich will hier weg denk ich mir. Als wir wieder bei Matatu stehen hat es aufgehört zu regnen und wir wollen nur noch los.

Wir finden einen tollen Platz zum schlafen, nahe dem Gambia Fluß, auf einer ebenen Fläche mit lichtem Palmenwald und vereinzelt knallgrünem grasähnlichem Bewuchs. Ein netter Bauer kommt zu uns und wir fragen höflich ob wir bleiben können. Er erklärt das sei kein Problem, er baut hier Reis an. Unglaublich...ok feucht ist es ja, aber als er ein Reiskorn in der Hand hält um es uns zu zeigen, bin ich schon etwas überrascht. Leider können wir uns seine Arbeit nicht ansehen, denn der plötzlich einsetzende Starkregen zwingt uns dazu, zu retten was zu retten ist. Nass ist ja sowieso schon fast alles. Irgendwann sitzen wir hinten in unserer Wohnkabine und essen unsere Notfallnudeln, und sogar Andreas musste aus dem Heckzelt flüchten, denn es steht alles unter Wasser. Der Regen peitscht heftig gegen unser Auto und der krasse Wind bringt unser Heckzelt bedrohlich zum blähen, und so ist klar dass es die Nacht dort nicht verbleiben kann.



Freiwillige vor....und so stehe ich kurze Zeit später im Bikini, barfuß im Regen und suche mir im Dunkeln meinen Weg durch den tiefen Matsch. Ok muss man mal erlebt haben :-) Wir liegen um drei Minuten vor acht im Bett, beobachten das tobende Gewitter und die heftigen Blitze über und neben uns....

Einen Tag zuvor haben wir gemütlich im Camp Wassadou, direkt am Fluß Gambia gechillt. Das war auch schön :-)

Kommentare:

  1. Einige tolle Bilder sind euch im Nationalpark gelungen, da schlägt das Photogaphenherz höher!

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    1. Danke! Es hat auch echt Spaß gemacht! Freut mich das es dir gefällt! Liebe Grüße nach Oldenburg ☺

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Bei euren tollen Bildern bekommt man Afrika live vermittelt,der arme Leopard.Habt ihr in den Medien das Drama um den Löwen Cecil mitbekommen aus dem Hwange Nationalpark in Simbabwe der für 45000 Dollar zum Abschuss frei gegeben wurde für einen amerikanischen Zahnarzt alles wegen Geld.Die Krönung war dann noch das er nicht richtig getroffen hat und das arme Tier sich erst noch gequält hat bevor er gefunden wurde um dann von sein Leid erlöst zu werden.Schon schade das manche Menschen so wenig Achtung vor Natur und Tiere haben.Grüsse Marita

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  3. Habe mir das Warzenschwein noch mal vergrössert angeschaut sieht echt lustig aus hätte ich mir so nicht vorgestellt,danke für die tollen Bilder

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    1. Hallo Marita! Eine treue Begleiterin! Schön das du so dabei bist. Freut mich zu hören das wir euch Afrika ein wenig näher bringen. Liebe Grüße aus Mali Mareike

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  4. Habe gerade von Eurer Safari gelesen. Freut Euch auf das südliche Afrika da gibt es deutlich mehr Tier zu sehen. Wir waren gerade in Namiia im Etosha Natinal Park, da war einiges zu sehen.

    Gruss
    Emanuel

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  5. boah sind die Affen niedlich ;) tolle Bilder, schöne Landschaften. Das haut einen echt weg...

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  6. Hihi niedlich schon...aber auch frech. Die klauen alles was sie kriegen können 😀

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